Eigene Server im Firmengebäude zu betreiben, bedeutet Verantwortung für Strom, Kühlung, Zugangsschutz und Ausfallsicherheit. Ein Colocation-Anbieter übernimmt die professionelle Betriebsumgebung, während deine Hardware in deinem Besitz bleibt. Das ist interessant, wenn du mehr Kontrolle als beim klassischen Hosting möchtest, aber kein eigenes Rechenzentrum betreiben willst.
Dieser Artikel zeigt dir, worauf es bei Colocation in Deutschland ankommt und wie du verschiedene Angebote sinnvoll vergleichst. Offene Fragen werden nach dem Fazit in einer seperaten FAQ-Sektion beantwortet.
Colocation im Rechenzentrum: So funktioniert Serverhousing mit deiner eigenen Hardware
Bei Colocation bringst du deine eigene Hardware in einem professionellen Rechenzentrum unter. Der Betreiber stellt Platz, Stromversorgung, Klimatisierung, Netzwerk und physische Sicherheit bereit. Für Betriebssysteme, Anwendungen und die technische Verwaltung deiner Systeme bleibst du in der Regel selbst verantwortlich.
Dieses Modell wird auch als Server Housing, Housing oder Serverhousing bezeichnet. Im englischsprachigen Umfeld begegnet dir außerdem die Schreibweise Collocation. Vom klassischen Hosting unterscheidet sich das Konzept vor allem dadurch, dass die Serverhardware weiterhin dir gehört.
Die Nutzung kann bei einzelnen Höheneinheiten beginnen und bis zu einem eigenen Rack oder Full Rack reichen. Remote Hands sind hilfreich, wenn Techniker vor Ort beispielsweise Kabel prüfen, einen Server neu starten oder Hardware austauschen sollen.
Colocation in Deutschland: Für diese Unternehmen passt das Betriebsmodell besonders gut
Colocation eignet sich besonders für Unternehmen, die bereits in eigene Server investiert haben oder spezielle Hardware benötigen. Auch besondere Lizenzmodelle, mehrere Unternehmensstandorte oder hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit können für dieses Betriebsmodell sprechen.
Colocation-Anbieter in Deutschland sind interessant, wenn Systeme bewusst an einem deutschen Standort betrieben werden sollen. Ein Support auf Deutsch und kurze Wege zum Rechenzentrum können die Betreuung zusätzlich erleichtern. Colocation-Anbieter in Frankfurt kommen häufig dann infrage, wenn leistungsfähige Netzwerkanbindungen und die Nähe zu wichtigen Internetknoten gefragt sind.
Eine Private Cloud oder Hybrid Cloud kann die bestehende Infrastruktur ergänzen. Einzelne Anwendungen lassen sich dabei in eine Public Cloud verlagern, während sensible oder spezialisierte Systeme im Rechenzentrum bleiben. Auch eine Multi-Cloud oder Open-Source-Cloud lässt sich in solche Konzepte einbeziehen.
Dein Colocation-Anbieter muss bei Rack, Stromversorgung und Netzwerk überzeugen
Ein freier Platz im Rack sagt noch wenig über die Qualität eines Angebots aus. Prüfe deshalb die verfügbare Leistung, das Traffic-Modell, die Netzwerkanbindung und die Kühlung im Rechenzentrum. Gerade energieeffiziente Rechenzentren können bei dauerhaft hoher Auslastung interessant sein.
Ebenso wichtig ist die Vorsorge gegen einen Stromausfall. Eine USV-Anlage überbrückt kurzfristige Unterbrechungen, während Netzersatzanlagen längere Ausfälle abfangen können. Eine redundante Stromversorgung mit getrennten Einspeisungen erhöht die Redundanz. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sollte deshalb nicht nur vorhanden, sondern in das gesamte Ausfallsicherheitskonzept eingebunden sein.
Diese Leistungen solltest du beim Angebot prüfen
- Das Rack sollte genügend Höheneinheiten, Tiefe und Leistungsreserven für deine aktuelle und geplante Hardware bieten.
- Das Netzwerk muss zu deinem erwarteten Traffic passen und sollte bei Bedarf mehrere Carrier unterstützen.
- Remote Hands sollten mit klaren Reaktionszeiten und nachvollziehbaren Kosten verfügbar sein.
- Ein gutes Cloud-Monitoring oder vergleichbares technisches Monitoring hilft dir, wichtige Betriebszustände im Blick zu behalten.
- Der Support sollte zu deinen Betriebszeiten passen und bei geschäftskritischen Systemen auch außerhalb üblicher Bürozeiten erreichbar sein.
- Ein Disaster-Recovery-Konzept sollte sich mit Backups oder einem zweiten Standort kombinieren lassen.
Sicherheit und Verfügbarkeit: Diese Leistungen sollte dein Anbieter verbindlich absichern
Sicherheit beginnt am Gebäude. Zutrittskontrollen, Videoüberwachung, getrennte Brandabschnitte und Brandschutz gehören deshalb zu den wichtigen Prüfpunkten. Je nach Rechenzentrum erfolgt der Zugang beispielsweise über Transponder, Codes oder einen persönlichen Schlüssel.
Die Datensicherheit deiner Systeme bleibt trotzdem eine eigene Aufgabe. Eine UTM-Firewall, sauber gepflegte Zugriffsrechte und ein durchdachtes Konzept für Cyber Security gehören weiterhin dazu. Auch Cloud-Datenschutz und digitale Resilienz solltest du berücksichtigen, wenn Colocation mit weiteren Cloud-Diensten verbunden wird.
Diese Prüfkriterien gehören in deine Entscheidung
| Bereich | Darauf solltest du achten | Bedeutung |
|---|---|---|
| Strom | USV, Netzersatzanlage, getrennte Einspeisungen | Verringert Risiken bei Versorgungsproblemen |
| Kühlung | Ausreichende Leistung und Redundanz | Schützt die Hardware vor Überhitzung |
| Netzwerk | Carrier, Bandbreite, Peering und Traffic-Modell | Beeinflusst Erreichbarkeit und Leistung |
| Sicherheit | Zutrittskontrolle, Überwachung und Brandschutz | Schützt die physische Infrastruktur |
| Betrieb | SLA und zugesicherte Verfügbarkeit | Macht Leistungen besser überprüfbar |
| Service | Remote Hands und technischer Support | Verkürzt Reaktionswege bei Störungen |
Colocation Vergleich in Deutschland: Diese Kriterien machen Anbieter vergleichbar
Für einen sinnvollen Colocation Vergleich solltest du zuerst deinen tatsächlichen Bedarf festlegen. Ein naher Standort ist praktisch, wenn dein eigenes Team regelmäßig an die Systeme muss. Sind zuverlässige Remote Hands verfügbar, kann die Entfernung weniger wichtig werden.
Schau anschließend genau auf das Kostenmodell. Neben Rack, Strom und Netzwerk können zusätzlicher Traffic, IP-Adressen, Cross-Connects oder technische Services separat berechnet werden. Selbst Zahlungsarten unterscheiden sich. Ob beispielsweise Überweisung, Lastschrift oder PayPal angeboten wird, ist für die technische Entscheidung zwar zweitrangig, kann aber bei der kaufmännischen Abwicklung relevant sein.
Bekannte Hosting-Marken solltest du nicht automatisch mit Colocation gleichsetzen. IONOS und ALL-INKL bieten zahlreiche Hosting-Dienste, doch das konkrete Produkt muss zu deinem Serverhousing-Bedarf passen. Gleiches gilt für Hostway. Auch die Hetzner Cloud ist von einem klassischen Colocation-Angebot zu unterscheiden.
Mit diesen Fragen findest du den passenden Anbieter
- Passt der Standort zu deinen technischen, betrieblichen und regulatorischen Anforderungen?
- Wie wird die Stromversorgung bei Wartung und Netzausfällen abgesichert?
- Welche Verfügbarkeit wird vertraglich zugesagt?
- Kann dein Rack später um zusätzliche Fläche oder Leistung erweitert werden?
- Welche Arbeiten dürfen Remote Hands übernehmen und wie werden sie abgerechnet?
- Lässt sich deine Infrastruktur später mit Cloud-Diensten oder einem zweiten Rechenzentrum verbinden?

Zehn Colocation-Anbieter im Vergleich für deine engere Auswahl
Ein Vergleich sollte Anbieter nicht allein nach dem günstigsten Preis ordnen. Wichtiger ist, ob Rechenzentrumsstandort, Housing-Modell, Connectivity und verfügbare Services zu deinen Anforderungen passen. Der englische Begriff Data Centers ist besonders bei international tätigen Betreibern üblich.
Zehn Anbieter mit Rechenzentrumsstandorten in Deutschland
| Anbieter | Standort oder Region | Colocation-Schwerpunkt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| centron | Raum Bamberg | Einzelne Einheiten bis komplette Racks | Colocation mit ergänzenden IT-Services |
| kyberio | Hannover | Racks und Rechenzentrumsflächen | Technischer Service vor Ort |
| Hetzner | Nürnberg und Falkenstein | Rack-basierte Colocation | Große eigene Rechenzentrumsstandorte |
| ScaleUp Technologies | Mehrere deutsche Standorte | Server Housing und Racks | Verteilte Infrastruktur |
| TelemaxX | Karlsruhe | Racks und größere Flächen | Eigene Netzwerkinfrastruktur |
| noris network | Mehrere deutsche Standorte | Racks und Rechenzentrumsflächen | Breites Infrastrukturangebot |
| plusserver | Mehrere deutsche Standorte | Colocation und hybride Umgebungen | Verbindung mit Cloud-Services |
| maincubes | Frankfurt und weitere Standorte | Colocation-Flächen | Fokus auf leistungsfähige Rechenzentren |
| myLoc | Düsseldorf | Racks und Teilflächen | Carrier-neutrale Infrastruktur |
| Telehouse | Frankfurt | Rack- und Cage-Colocation | Starke Netzwerkanbindung |
maja.cloud hilft dir, Colocation und Cloud sinnvoll miteinander zu verbinden
Colocation muss kein isoliertes Betriebsmodell bleiben. Durch Server-Virtualisierung lassen sich vorhandene Ressourcen besser nutzen. Ein eigener Cloud-Server kann ergänzend eingesetzt werden, wenn einzelne Dienste flexibler bereitgestellt werden sollen.
Für Cloud Computing bei KMU ist häufig eine hybride Architektur interessant. Cloud Operations und Cloud Management können dabei helfen, verteilte Systeme einheitlicher zu betreiben. Eine Monitoring Cloud schafft zusätzliche Transparenz, während Cloud-Orchestrierung wiederkehrende Abläufe automatisieren kann.
maja.cloud kann dich dabei unterstützen, bestehende Infrastruktur schrittweise Cloud Ready zu machen. So lassen sich eigene Server mit geeigneten Cloud-Diensten verbinden, ohne funktionierende Systeme vorschnell zu ersetzen.
Fazit: Der passende Colocation-Anbieter muss zu deiner Infrastruktur passen
Ein guter Anbieter passt zu deiner Hardware, deinem Sicherheitsbedarf und deinem gewünschten Betriebsmodell. Rackgröße und Preis sind deshalb nur zwei Faktoren unter mehreren. Netzwerk, Support, Erweiterbarkeit und die physische Absicherung sollten ebenso in den Vergleich einfließen.
Der eigentliche Schlüssel liegt in einer Infrastruktur, die auch bei wachsenden Anforderungen weiterentwickelt werden kann. Colocation kann dafür eine stabile Grundlage schaffen und später sinnvoll mit Cloud-Diensten kombiniert werden.
Fragen und Antworten (FAQs) zu Colocation-Anbietern
Was übernimmt ein Colocation-Anbieter genau?
Ein Colocation-Anbieter stellt dir eine professionelle Umgebung für deine eigene Serverhardware bereit. Dazu gehören üblicherweise Rackfläche, Stromversorgung, Kühlung, Netzwerkanbindung und Gebäudesicherheit. Die Hardware bleibt in deinem Besitz, während du je nach Vertrag weiterhin für Betriebssysteme, Anwendungen und Wartung verantwortlich bist.
Welche Unternehmen gehören zu den größten Rechenzentrumsbetreibern?
International zählen unter anderem Equinix und Digital Realty zu den großen Betreibern von Rechenzentren. Für deine Auswahl ist die Unternehmensgröße allein jedoch wenig aussagekräftig. Standort, Netzwerkqualität, Service, Erweiterungsmöglichkeiten und Vertragsbedingungen können für dein Projekt deutlich wichtiger sein.
Welche Kosten entstehen bei Colocation?
Die Kosten hängen unter anderem von benötigten Höheneinheiten, Stromverbrauch, Bandbreite und gebuchten Zusatzleistungen ab. Ein einzelner Serverplatz kostet entsprechend weniger als ein komplettes Rack. Remote Hands, zusätzliche IP-Adressen, Cross-Connects oder besondere Leistungsanforderungen können separat berechnet werden.
Für wen lohnt sich Colocation besonders?
Colocation passt vor allem zu Unternehmen, die eigene Hardware behalten möchten, aber keinen professionellen Serverraum selbst betreiben wollen. Das kann bei spezialisierten Servern, bestehenden Investitionen oder besonderen Anforderungen an Kontrolle und Verfügbarkeit sinnvoll sein. Wer seine IT vollständig als Cloud-Service beziehen möchte, benötigt dieses Modell dagegen häufig nicht.
Welche Vorteile hat Colocation gegenüber einem eigenen Serverraum?
Du nutzt eine Infrastruktur, die gezielt für den dauerhaften Betrieb von IT-Systemen ausgelegt ist. Dazu können redundante Stromversorgung, professionelle Kühlung, kontrollierter Zugang und leistungsfähige Netzwerke gehören. Gleichzeitig behältst du die Kontrolle über deine eigene Hardware und kannst Colocation später mit Cloud-Diensten verbinden.






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